Deine Rechte im Job

Wie reagiere ich, wenn ich eine Kündigung erhalten habe? Wann muss der Arbeitgeber eine Abmahnung aussprechen? Was ist eine Kündigungsschutzklage? Welche Inhalte hat ein Arbeitsvertrag, was muss in einem Arbeitszeugnis stehen, und wie hoch ist mein Urlaubsanspruch? Antworten auf diese und andere Fragen erhältst Du von einem Anwalt für Arbeitsrecht. 

Kündigung erhalten – was nun? 

Kündigung – Regel Nr. 1:
Der Arbeitgeber muss eine Kündigungsfrist einhalten, die sich aus dem Gesetz, dem Arbeitsvertrag oder dem Tarifvertrag ergibt. 

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Eiskalt gekündigt?

Du hast eine Kündigung erhalten? Regelmäßig ist das ein Albtraum für jeden Arbeitnehmer. Schnell stellen sich finanzielle Ängste ein sowie die Sorge um die berufliche Zukunft. Da wundert es nicht, dass die Emotionen hochkochen. Ein Anwalt für Arbeitsrecht kennt die Sorgen, Nöte, Unsicherheiten, Ängste und Bedürfnisse seiner Mandanten. Schlimmer noch als die eigentliche Kündigung sind in den meisten Fällen die fehlende Wertschätzung und die Respektlosigkeit, mit der sie ausgesprochen wird. Angesichts dieser Behandlung bleibt es nicht aus, dass sich quälende Fragen einstellen wie „warum ich“, „was habe ich falsch gemacht“ und „lohnt es sich, dagegen vorzugehen“? 

Dennoch ist es wichtig, in dieser Situation einen kühlen Kopf zu bewahren, möglichst rasch zu handeln und Hilfe bei einem Anwalt für Arbeitsrecht zu suchen. Ein Spezialist im Arbeitsrecht kennt die Tricks der Arbeitgeber. Er weiß aber auch, welche Fehlerquellen es im Arbeitsrecht gibt, und wie er gute Konditionen für dich aushandelt. Er wird dich auch darauf hinweisen, dass du sofort nach Erhalt der Kündigung verpflichtet bist, dich bei der Agentur für Arbeit zu melden. Diesbezüglich gilt eine Frist von drei Tagen. Tust du das nicht, wird das Arbeitslosengeld I für die Dauer von bis zu drei Monaten gesperrt. 

Kündigung – Regel Nr. 2:
Die Arbeitslosenmeldung bei der Agentur für Arbeit muss innerhalb einer Frist von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung erfolgen, ansonsten droht eine Sperre.

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1. Die Kündigungsfrist 

Ein Spezialist im Arbeitsrecht prüft in einem ersten Schritt die Wirksamkeit der ordentlichen Kündigung, bei der die längst mögliche Kündigungsfrist eingehalten werden muss, die sich aus dem Gesetz gemäß § 622 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), aus dem Arbeitsvertrag oder dem Tarifvertrag ergibt. Entscheidend ist der Zugang, also der Zeitpunkt, in dem du die Kündigung erhalten hast. Bei einer Kündigungsfrist von einem Monat muss dir das Kündigungsschreiben spätestens am letzten Tag eines Monats zugegangen sein, damit dein Arbeitsverhältnis am Ende des darauffolgenden Monats beendet ist. Liegt die Kündigung erst am ersten eines Monats in deinem Briefkasten, endet das Arbeitsverhältnis frühestens am Ende des Folgemonats. 

2. Formelle Fehler von Kündigungen 

Kündigung – Regel Nr. 3:
Die Kündigung darf keine formellen Fehler aufweisen, da sie ansonsten unwirksam bleibt.

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Ein Spezialist im Arbeitsrecht achtet auch auf formelle Fehler, die zur Unwirksamkeit einer Kündigung im Arbeitsrecht führen können. Zwingend vorgeschrieben ist die Schriftform. Außerdem muss sie handschriftlich unterschrieben sein und dir im Original zugehen. Insoweit reichen eine E-Mail, ein Fax oder eine mündliche Kündigung nicht aus. Es muss sich um die Unterschrift des zuständigen Vertretungsorgans handeln. Bei einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist das der Geschäftsführer. Gibt es einen Betriebsrat, muss er angehört werden, bevor einem Mitarbeiter gekündigt wird. Ein Anwalt für Arbeitsrecht weiß, dass die fehlende Anhörung des Betriebsrates einer der häufigsten Gründe für die Unwirksamkeit einer Kündigung ist. 

3. Der Kündigungsgrund 

Ein Anwalt für Arbeitsrecht weiß, dass die Begründung eines Arbeitgebers nicht immer als Kündigungsgrund ausreicht. Deshalb prüft ein Spezialist für Arbeitsrecht in einem zweiten Schritt, ob ein rechtmäßiger Kündigungsgrund vorliegt und ob die Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) beachtet wurden. Voraussetzung für die Gültigkeit des KSchG ist, dass du mindestens sechs Monate für diesen Arbeitgeber tätig warst und im Unternehmen mindestens zehn Mitarbeiter beschäftigt sind. Liegen diese Voraussetzungen vor, muss dein Arbeitgeber seine Maßnahme begründen. Anderes gilt für die Probezeit und in sogenannten Kleinbetrieben. Hier ist es möglich, ohne Angabe eines Kündigungsgrundes zu kündigen. Der Kündigungsgrund muss nicht explizit im Kündigungsschreiben genannt werden. Es reicht vielmehr aus, wenn er objektiv gegeben ist. 

So harmonisch läuft eine Entlassung selten ab.

Es gibt drei verschiedene Gründe, um Arbeitnehmern zu kündigen, nämlich ein verhaltensbedingter Grund, ein personenbedingter Grund und ein betriebsbedingter Grund. 

  • Verhaltensbedingt ist eine Kündigung, wenn dein Verhalten gegenüber deinem Vorgesetzten oder Chef beanstandet wird. Das dir vorgeworfene Verhalten muss eine Vertragspflicht verletzen, durch die das Arbeitsverhältnis konkret beeinträchtigt wird. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung müssen die Interessen beider Parteien – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – gegeneinander abgewogen werden. Wichtig ist, dass mindestens einmal eine Abmahnung ausgesprochen wurde. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass es drei Abmahnungen sein müssen. Bei extremen Verhaltensweisen ist sogar eine Abmahnung entbehrlich.
  • Ein Spezialist im Arbeitsrecht weiß, dass der häufigste Kündigungsgrund in der Person des Arbeitnehmers liegt. Das ist die personenbedingte Kündigung, bei der es um die Fähigkeiten und Eigenschaften eines Arbeitnehmers geht, die regelmäßig nicht steuerbar sind. Hauptanwendungsfälle sind häufige Kurzerkrankungen des Arbeitnehmers oder eine lang andauernde Krankheit. Ein Anwalt für Arbeitsrecht wird Dich in diesem Fall darauf hinweisen, dass es hier auf eine genaue Berechnung der Fehlzeiten sowie auf die Gesundheitsprognose ankommt. Eine personenbedingte Kündigung kann auch durch den Verlust der Fahrerlaubnis begründet sein. Das gilt insbesondere für Berufskraftfahrer, die ohne Führerschein Ihre Arbeit nicht ausüben können. 

Kündigung – Regel Nr. 4:
Eine ordentliche Kündigung muss einen Kündigungsgrund enthalten.

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  • Die dritte Variante ist die betriebsbedingte Kündigung, die ein dringendes betriebliches Erfordernis voraussetzt, das einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers entgegensteht. Ein Anwalt für Arbeitsrecht kennt eine Vielzahl von betriebsbedingten Kündigungsgründen, unter anderem die Schließung von Abteilungen oder eines Betriebs, Umstrukturierungsmaßnahmen, Stellenabbau oder die Um- beziehungsweise Einstellung der Produktion. 

4. Die außerordentliche Kündigung 

Oder ist Dir fristlos gekündigt worden? In diesem Fall sind die Voraussetzungen enger gefasst. Dann muss Dir Dein Arbeitgeber einen sehr schwerwiegenden Pflichtverstoß anlasten, um eine fristlose Kündigung rechtfertigen zu können. Der Gesetzgeber sieht diesbezüglich sehr hohe rechtliche Hürden vor. Der Spezialist im Arbeitsrecht erklärt, dass für eine fristlose Kündigung konkrete Tatsachen vorliegen müssen, durch die das Arbeitsverhältnis beeinträchtigt wird. Wertungen oder subjektive Erkenntnisse des Arbeitgebers reichen nicht aus. Der Anwalt für Arbeitsrecht kennt konkrete Beispiele aus seiner Praxis. Dazu gehören zum Beispiel die beharrliche Arbeitsverweigerung, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder Straftaten wie Diebstahl oder Urkundenfälschung. Schwerwiegende Pflichtverstöße sind unter anderem Arbeitszeitbetrug, eine grobe Verletzung der Treuepflicht, ein Verstoß gegen das Wettbewerbsverbot sowie Tätlichkeiten oder Beleidigungen gegenüber dem Arbeitgeber. Der Spezialist im Arbeitsrecht zählt auch die Gründe auf, die nicht für eine außerordentliche Kündigung ausreichen. Dazu gehören gewerkschaftliche oder politische Tätigkeiten oder eine einfache Verletzung von Anzeigepflichten. 

Kündigung – Regel Nr. 5:
Bei einer außerordentlichen oder fristlosen Kündigung muss ein wichtiger Grund vorliegen.

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Der verhaltensbedingten fristlosen Kündigung muss eine Abmahnung vorausgehen. Das heißt, Du musst bereits wegen einer gleichartigen Pflichtverletzung eine Abmahnung erhalten haben. Ein Spezialist im Arbeitsrecht weiß, dass eine zuvor erteilte Abmahnung nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) nur in zwei Fällen entbehrlich ist. 

  • Eine Abmahnung ist entbehrlich, wenn erkennbar ist, dass eine Veränderung des Verhaltens des Arbeitnehmers auch in Zukunft nicht zu erwarten ist. 
  • Eine Abmahnung ist auch dann entbehrlich, wenn es sich um eine so schwere Pflichtverletzung handelt, dass selbst die erstmalige Hinnahme für den Arbeitgeber unzumutbar ist. 

5. Sonderkündigungsschutz 

Ein Spezialist im Arbeitsrecht wird außerdem prüfen, ob Du möglicherweise Sonderkündigungsschutz genießt. Dies betrifft Arbeitnehmer, die als besonders schutzwürdig gelten. Dazu zählen Schwangere, Betriebsräte, Väter und Mütter in Elternzeit, Schwerbehinderte und Datenschutzbeauftragte. Der Sonderkündigungsschutz kann nur in Ausnahmefällen und unter sehr engen Voraussetzungen umgangen werden. 

Kündigung – Regel Nr. 6:
Bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern genießen Sonderkündigungsschutz und können nur in Ausnahmefällen gekündigt werden. 

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6. Die Kündigungsschutzklage als Abwehrmaßnahme gegen eine Kündigung 

Kommt es zum dem Ergebnis, dass die Kündigung nicht gerechtfertigt ist, besteht die Möglichkeit, Klage vor dem Arbeitsgericht zu erheben. Die Güteverhandlung kann stattfinden, ohne dass du einem Anwalt für Arbeitsrecht ein Mandat erteilst. Ein Spezialist im Arbeitsrecht kennt jedoch die Argumentationskette und die Fallstricke, die im Arbeitsrecht zu beachten sind und zum Erfolg führen. Das gilt zum Beispiel für die Kündigungsschutzklage als Abwehrmaßnahme.

Kündigung – Regel Nr. 7:
Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung vor dem Arbeitsgericht erhoben werden.

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Die Kündigungsschutzklage muss innerhalb einer Frist von drei Wochen eingereicht werden, nachdem dir die Kündigung zugegangen ist. Gesetzliche Grundlage für die Kündigungsschutzklage ist § 4 KSchG (Kündigungsschutzgesetz). Wird diese Frist für das Einreichen der Kündigungsschutzklage versäumt, gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam. Die Kündigungsschutzklage ist die einzige Möglichkeit, um wirksam gegen deine Kündigung vorzugehen. Um die tatsächlichen Erfolgsaussichten der Kündigungsschutzklage vor Klageerhebung genau einschätzen zu können, ist es sinnvoll, einen Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Als Spezialist im Arbeitsrecht wird er in Absprache mit dir versuchen, mithilfe der Kündigungsschutzklage deinen Arbeitsplatz zu retten oder eine Abfindung zu erstreiten.

Kündigung erhalten? Wir helfen!

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